Erbschaftsrecht

Erbschaftsrecht und Schenkungsrecht

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Erbschaften sind eine komplizierte Angelegenheit. Erbschaften auf Mallorca oder in Barcelona, die gegebenenfalls dem spanischen Recht unterliegen und in einer fremden Sprache abgewickelt werden, sind umso komplizierter. Daher ist es höchst ratsam und empfehlenswert, sich kompetent beraten zu lassen.

Um Komplikationen im Erbfall zu vermeiden, sollte man sich schon rechtzeitig darum bemühen, seinen Nachlass zu regeln. Insbesondere können die Folgen der  EU-Erbrechtsverordnung interessant werden, die am 17. August 2015 in Kraft trat. Eine der relevantesten Änderungen für Nicht-Spanier, die auf Mallorca oder in Katalonien leben, ist der Anknüpfungspunkt für das anzuwendende Recht. Wenn bisher das Anknüpfungsmerkmal nicht EU-einheitlich geregelt war, kommt es in Zukunft auf den letzten gewöhnlichen Aufenthaltsort des Erblassers an. Seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat man an dem Ort, zu dem man eine dauerhafte Beziehung hat. Diese kann sowohl beruflicher als auch privater Natur sein. Im Klartext bedeutet dies, dass z.B. ein deutscher oder österreichischer Staatsbürger, der auf Mallorca oder in Barcelona mit seiner Familie wohnt, in Zukunft nach spanischem Recht beerbt wird. Wer dies nicht möchte, hat die Möglichkeit, z.B. durch Testament, das Recht seiner Nationalität zu wählen. Gerne beraten wir Sie und helfen Ihnen dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.

Um in Spanien bei einem Erbfall die notwendigen Eintragungen beim Grundbuchamt, Handels- oder Schiffsregister und den übrigen öffentlichen Registern vornehmen zu können, ist es notwendig, vor dem Notar eine Erbschaftsannahme durchzuführen. Gerne bereiten wir die Erbschaftsannahme auf Mallorca oder in Barcelona für Sie vor und begleiten Sie zum Notarterim oder wickeln die Erbschaftsannahme für Sie vor Ort auf Mallorca oder Katalonien ab, ohne dass Sie anwesend sein müssen.

Nach der Erbschaftsannahme ist das Erbe zu versteuern. Dabei ist neuerdings das Urteil vom 3. September 2014 (Az. C-127/12) des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu beachten, in dem der EuGH einen Verstoß der spanischen Erbschaftssteuerregelungen gegen einschlägige EU-Vorschriften festgestellt hat. Bei der vorliegenden Klage ging es insbesondere darum, dass in Spanien Residenten bei der Erbschaftssteuer wesentlich niedrigere Steuern zahlten als Nicht-Residenten. Während Residenten auf die zu veranlagende Erbschaft lediglich ca. 1 % Steuern zahlten, mussten Nicht-Residenten teilweise bis zu fast 35 % abführen. Darin sah der EuGH einen eindeutigen Verstoß gegen EU-Recht. Bei den betroffenen EU-Vorschriften handelt es sich um Art. 63 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) und Art. 40 des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (AEWR). Beide Vorschriften verbieten den Mitgliedstaaten jegliche Beschränkung oder Diskriminierung beim Kapitalverkehr vorzunehmen. Dem Urteil ging ein im Jahr 2007 durch die Europäische Kommission eingeleitetes Verwaltungsverfahren voraus, in dem die Kommission den spanischen Staat auf den möglichen Verstoß hinwies. Mittlerweile hat die spanische Regierung neue Erbschaftssteuerregelungen erlassen. Gerne helfen wir Ihnen dabei, Ihre Erbschaft auf Mallorca oder in Barcelona so steuergünstig wie möglich für Sie abzuwickeln.

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