Gewerbesteuer in Spanien

Gewerbesteuer in Spanien

Jedem Gewerbetreibenden in Deutschland sollte die Gewerbesteuer ein Begriff sein. Neben der Grundsteuer ist die Gewerbesteuer für die Gemeinden in Deutschland die wichtigste Einnahmequelle und daher sogar im Rahmen der Selbstverwaltungsgarantie der Gemeinden grundrechtlich geschützt (Art. 28 Abs. 2 GG). Aber wie verhält es sich mit der Gewerbesteuer in Spanien? Ist man auch in Spanien als Gewerbetreibender verpflichtet, Gewerbesteuer in Spanien zu zahlen? Wenn ja, an wen? Und gibt es die Gewerbesteuer in Spanien überhaupt?

Letzteres kann vorab eindeutig mit „JA“ beantwortet werden. Die Gewerbesteuer in Spanien trägt die Bezeichnung „Impuestos sobre Actividades Económicas (IAE)“. Geregelt ist die IAE im Königlichen Dekret 1175/1990 vom 28. September, veröffentlicht im spanischen Gesetzblatt (BOE) vom 29. September 1990. Auch in Spanien kommt die IAE in erster Linie den Gemeinden zugute und wird daher auch vom Ayuntamiento verwaltet.

Zur Zahlung der Gewerbesteuer in Spanien sind grundsätzlich alle natürlichen und juristischen Personen verpflichtet, die gewerblich im spanischen Inland tätig werden. Jedoch – und hierin besteht der große Unterschied zu Deutschland – gibt es einige wichtige Ausnahmen, die einen Großteil der eigentlich Steuerpflichtigen von der Zahlung der Steuer befreien: Befreit sind zunächst alle natürlichen Personen, d.h. Selbstständige (Autónomos) müssen keine IAE abführen. Ebenso von der Steuer befreit sind juristische Personen, deren Nettojahresumsatz unter 1.000.000,- Euro liegt. Auch steuerpflichtige Nicht-Residenten, die in Spanien eine ständige Niederlassung haben, sind von der IAE befreit, soweit ihr Nettojahresumsatz die Summe von 1.000.000,- Euro nicht erreicht.

Wer zu der Kategorie gehört, die grundsätzlich IAE zahlen muss, aber unter die eben aufgezählten Befreiungstatbestände fällt, muss nichts weiter unternehmen, sofern die ordnungsgemäße Anmeldung des Gewerbebetriebs beim Finanzamt erfolgt ist (Formular 036 und/oder 037). Diejenigen, die nicht von der Gewerbesteuer befreit sind, sind verpflichtet, zwischen dem 01.01. und 14.02. der zuständigen Finanzbehörde ihren Jahresumsatz mitzuteilen (Formular 848). Die Steuererklärung erfolgt dann mittels des Formulars 840 oder bei Nicht-Residenten über das Formular 184. Die sonstigen Mitteilungsfristen für z.B. An- und Abmeldung oder Veränderungen betragen in der Regel einen Monat ab Eintritt bzw. Änderung des jeweiligen Umstands.

Abschließend kann man sagen, dass aufgrund der ganzen Ausnahmen die Gewerbesteuer in Spanien keinen bedeutenden Stellenwert hat. Dadurch, dass sämtliche natürliche Personen ausgeschlossen sind und im Grunde nur umsatzstarke juristische Personen Gebwerbesteuer abführen müssen, ist sie auch als Einnahmequelle für die Gemeinden eher zu vernachlässigen.

Dominic Porta

Rechtsanwalt und Gründungspartner

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